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Am Kuene entlang

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Der Kuene ist der Grenzfluss zwischen Namibia und Angola. Die Landschaft am Fluss ist wunderschoen und teilweise wie ein unentdecktes Paradies. Das “unentdeckt” erklaert sich schnell. Die Strasse am Kuene entlang wird seit Jahrzehnten nicht mehr gewartet und ist in einem dementsprechend schlechten Zustand. Der Reisefuehrer warnte vor der Strecke und hat eine Fahrzeit von 11 Stunden angegeben. Ein uns entgegenkommendes Fahrzeug – auf dem ersten einigermassen befahrbaren Stueck –  meinte man braeuchte 2 Tage, aber genau wuessten sie es auch nicht. Da die Landschaft so beeindruckend war und wir extra fuer solche Faelle ein geeignetes Auto mit allen Schnickschnack (Toyota Hilux) gemietet hatten, haben wir die Tour gewagt.
Die “slow and rough”-Road, wie das Navi die Strasse titulierte verlief durch trockene Fluesse, auf Bergplateaus, auf Sandstrassen am Ufer entlang, das vom Palmen und riesigen beeindruckenden Baeumen gesaeumt war. An Himbadoerfer vorbei, die anscheinend nicht so begeistert waren von den Besuchern, die in ihre Abgeschiedenheit eingedrungen sind. Zwei Himbafrauen haben uns auch verflucht. Zumindest haben wird die Gestik und Mimik der Frauen so gedeutet. Wissen tun wir es nicht. Die Himbas sind fuer mich nicht wirklich greifbar und einschaetzbar, wir haben leider zu wenig ueber sie erfahren. Haben ein Himbadorf besucht, aber da sie kein Englisch sprechen, war die  Verstaendigung auf ein paar Gesten beschraenkt. Der Guide, mit dem wir im Dorf waren, schien mir auch nicht in allem was er erzaehlte so glaubwuerdig. Man hat uns anscheinend schon lange im voraus immer kommen hoeren, denn vor allem die Kinder sind immer gerannt gekommen und standen mit geoeffneten Handflaechen nach oben an der Strasse und wollten Essen… aber wo soll man da anfangen und wo aufhoeren? Schlimm…..
Da die Strasse teilweise ziemlich zugewachsen war, vermuten wir, dass es sehr sehr lange her war, dass hier zuletzt jemand durchgefahren ist.

Haben die Strecke von 134 km in 10 Stunden (reine Fahrzeit) geschafft! War also gar nicht sooo schlimm. Zwischendurch ist es allerdings mal dunkel geworden und wir mussten dann wildcampen! Abenteuer!

Nach dem ganzen Geruettel, Geschuettel und der Hoppelei waren wir ziemlich geschlaucht als wir im Ziel, in Epupa, ankamen. Haben wir uns deshalb als Belohnung fuer all die Muehe ausnahmsweise eine Lodge fuer eine Nacht gegoennt. Wellnesstag! In Epupa gibt es einen absolut tollen Wasserfall, der die Fahrt auf jeden Fall wert war.

Exkurs Himbas:
Bei den Himbas sind Kuehe heilig und gelten als Schonheitsideal fuer Frauen. Die Frauen streichen sich deshalb mit einer braun-roetlichen Paste am ganzen Koerper ein, die auch als Schutz gegen Muecken und als Sonnenschutz verwendet wird. Das krasse ist aus der Entfernung kann man oft wirklich nicht sagen, ob das eine Kuh oder eine Himba im Gebuesch ist. Fuer Maenner ist es am wichtigsten so viele Kuehe (Reichtum) wie moeglich zu haben und auch mehrere Frauen. Die Grenze zwischen Kuh und Frau ist mir etwas zu schwammig…. (ok, ich gebe zu, ich hab hier die Kultur sehr verkuerzt und vereinfacht weitergegeben, aber das war meine Schlussfolgerung. Wen mehr interessiert, kann ja googeln)
Jedenfalls waren die Himbas sehr faszinierend. Sehr strange! Irgendwie schoen, irgendwie total fremd und anders und aus einer komplett anderen Welt!!
Krass fand ich auch Opuvo, die “Himba”-Hauptstadt. Hier liefen Himbafrauen fast nackt rum, neben Frauen aus Angola, die nur eine Art BH und einen knielangen Rock tragen, neben Hererofrauen, die ab dem Hals abwaerts bedeckt, ein komisch aufgebauschtes Kleid tragen. Dieses Multikulti hat mich ziemlich beeindruckt und nachdenklich gestimmt. Sehr interessant, wie auf engsten Raum, kulturell unterschiedlich wahrgenommen wird, was “nackt” ist und was “zu bedecken” ist… Stellt man sich daneben islamische Staaten, bis hin zu Afghanistan mit im Tschador verhuellte Frauen vor, ist das schon eine ziemlich verrueckte Welt.

Auch wenn ich es toll fand, wie die Himbafrauen stolz, selbstbewusst und wie selbstverstaendlich oben ohne rumgelaufen sind, were ich doch weiterhin meine T-shirts tragen. Keine Angst….

 

 

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2 Kommentare

  1. …und wieder sagenhafte Fotos!!

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